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Mittwoch

Mittwoch 14. Juli 2010

Der Tag führt uns in die Drakensberge auf über 2000 Meter Höhe. Die Temperaturen - ca. 12 Grad - sind optimal für solch eine Tour. Nach 150 km Land- und Schotterstraße kommen wir an. Ein Bergführer wird uns zu dem 2000 Jahre alten Höhlenmalereien bringen. Für die 1000 Höhenmeter sind nur 60 Min eingeplant. Zum Glück steigt der Pfad sehr langsam. Oben angekommen müssen die Schüler genau so heftig durchatmen wie der Lehrer. 

Die Malereien sind beeindruckend. Sangomas - Heiler - haben vor 2000 Jahren hier ihre Zeichnungen mit Blut und Kreide aufgetragen. Die Bilder zeigen große Antilopen, Sangomas und Jäger. An diesen Plätzen wollten sich die Menschen mit den Göttern verbinden. Sie tanzten sich in Trance um Krankheiten oder Dämonen zu vertreiben oder für gutes Wetter zu beten. Diese Riten sind bis in die Gegenwart lebendig. Zulus sind sehr abergläubisch. Der Sangoma spielt bis heute eine große Rolle.

Wieder zurück in Hermannsburg verbringen wir unseren letzten Abend auf der Farm von Johanns Eltern - bei Braai - südafrikanischer Grill mit Porterhouse Steaks und Bourewurst.  Die Farm ist mit ihren 600 Hektar eher klein. Johanns Vater lädt uns auf sein Pickup - ausgestattet mit Suchscheinwerfern - um uns bei Nacht und sternenklarem Himmel das Gelände zu zeigen. Wir sind hier willkommen. Johanns Eltern sind vor drei Generationen ausgewandert und sprechen immer noch perfekt Deutsch. Auch wenn die Farm mutterseelen allein in der Landschaft liegt und mit Elektrozaun und Wachhund gesichert werden muss, kann sich die Familie kein anderes Leben - schon gar nicht in Deutschland - vorstellen. Eltern und Kinder versichern übereinstimmend: "Südafrika ist unsere Heimat."

Fazit - 2000 scheint die zentrale Zahl dieser Tage gewesen zu sein:

  • 2000 km kreuz und quer durch Ostsüdafrika
  • 2000 Höhenmeter bis in die Drakensberge
  • 2000 Jahre zurück in die Vergangenheit beim Besuch der Höhlenmalereien

 

Was für eine Fahrt!