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Mittwoch - Halbfinale

Mittwoch 7.7.10

Jetzt ist es also soweit, seit heute 9.10 Uhr sind wir in Johannesburg. Alles ist so anders als erwartet. Wir kommen in einer Stadt an, die man ohne weiteres mit einer italienischen Metropole verwechseln könnte. Angenehme 20 Grad mitten im Winter, blauer Himmel, feine Restaurants und edle Geschäfte.

Ein wenig müssen wir warten, bis das Partnerteam aus Hermannsburg eintrifft; schließlich waren sie schon 6 Stunden unterwegs um uns am Airport abzuholen. Die Stimmung ist ausgelassen. Seit Monaten arbeiten wir zusammen, haben uns gegenseitig unsere Beiträge geschickt und diese Tage per Skype vorbereitet.

Es ist kaum zu fassen, dass uns mitten in Südafrika ein Schulbus mit Fahrer vom Flughafen abholt. Er wird uns die ganze Zeit über begleiten - 2000 km kreuz und quer durch Südafrika. Jetzt geht es erst einmal in unsere Unterkunft nach HeronBridge, einem College, in dem wir zwei Wohnungen beziehen, in dem wir voll verpflegt und hart arbeiten werden.

Höhepunkt - das public-viewing - am Abend in Birchwood, einer glänzend organisierten Fanmeile in Johannesburg - ca. 1 Stunde von unserer Unterkunft entfernt.

Die Stimmung ist zunächst großartig. Alle sind sich sicher, dass Deutschland gewinnt. Kaum spanische Fans und viele, viele Südafrikaner, die mit schwarz rot goldenen Wangen deutsche Fahnen schwingen und hoffen, dass WIR weiterkommen. Dass am Ende alles anders kommt, drückt auf die Stimmung. Deutschland ist raus - damit hat keiner gerechnet.

Auf dem Weg zum Bus treffen wir einen südafrikanischen Fan, der - wie wir - seine Enttäuschung über die Niederlage unserer Mannschaft kaum verhehlen kann. Dennoch ist er begeistert über die WM und sein Land.

Der erste Tag brachte Eindrücke, die wir so schnell nicht vergessen. Der Flug über den gesamten afrikanischen Kontinent, die ersten Stunden in Johannesburg. Wir sind in einem Land angekommen, das für uns in den nächsten Tagen noch viele Überraschungen bereithält.

Die ersten Aufnahmen sind natürlich gemacht. Wir werden sie morgen und übermorgen produzieren.

Wir laden dazu ein, auf diesen Seiten ein wenig an unseren Erlebnissen Teil zu haben, auch wenn die Eindrücke schon für uns kaum zu fassen sind.

Und noch eins: Wenn es dunkel wird, ist es richtig kalt!

Eindrücke von Birchwood - Siggi der Bratwurstverkäufer aus Deutschland:

Die Anlage – 50.000m² - bietet Public-Viewing, wie wir es noch nicht kannten. Kaum zu glauben, hier mitten in Joahnnesburg treffen wir Siggi aus Ulm, der mit kurzen Unterbrechungen seit über 35 Jahren mit seiner Familie in Afrika lebt und zum Halbfinale deutsche Bratwürste verkauft.

In Johannesburg hat er sich nicht zufällig niedergelassen - es ist für ihn das Zentrum Südafrikas.

Birchwood ist für ihn die ideale Gelegenheit sein Geschäft zu betreiben. Während der Halbzeit stehen wir in der Schlange. Bratwürste aus Deutschland kommen hier gut an.

Obwohl er seit vielen Jahren in Südafrika lebt, schlägt sein Herz voll und ganz für die deutsche Mannschaft.

Von Paul dem Orakel-Tintenfisch und dessen Vorhersagen hällt Siggi nicht viel. Hier in Südafrika befragt man Sangomas (Heiler), wenn man in die Zukunft sehen will.

Als Bafana Bafana - die Mannschaft Südafrikas - ausschied, hatte das für die gute Stimmung keine Konsequenzen - man sucht sich einfach einen neuen Favoriten!

Zum Abschluss versicherte uns Siggi, dass wir uns hier in Südafrika völlig sicher fühlen können, womit er letzendlich Recht behielt.