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Freitag

Freitag, 9.7.10

Der vorläufige Höhepunkt unserer Reise nach Anfrika. Wir besuchen das Football for Hope Festival in Alexandra, dem ältesten Township Johannesburgs. Eigentlich fehlen die Worte um zu beschreiben, was man sieht, hört und riecht. Unglaubliche Armut, Menschen zusammengepfercht in kleinen Hütten, geschützt von Stacheldraht und Mauern, überall Kinder.

Mitten in diesem zwei mal zwei Kilometer großen Areal, von hohen Zäunen und viel Polizei gesichert, das FIFA-Festival. Wir kommen an, als eine gemischte Mannschaft von Israelis und Palästinensern gegen eine Mannschaft aus den südlichen Staaten Afrikas antritt. Die 8 Jugendlichen pro Mannschaft spielen ohne Schiedsrichter. Streitfragen müssen in Auszeiten von allen gemeinsam geklärt werden. Dann steht die Begegnung Deutschland gegen Ecuador auf dem Spielplan. Die deutsche Mannschaft hat bisher fast alle Spiele verloren und kommt auch dieses Mal nicht über ein Unentschieden hinaus. Doch das spielt hier keine Rolle. Es geht um fair-play, um Gemeinschaft. Die Spieler erzählen uns nach dem Spiel, dass sie in den letzten Wochen erwachsener geworden sind. Man glaubt es ihnen, wenn man in die wachen und engagierten Gesichter blickt.

Im Stadion beschleichen uns gemischte Gefühle. Überall schwarze Kinder und Jugendliche, die selbst nicht so richtig wissen, wo sie eigentlich sind. Man hat den Eindruck, dass sie klassenweise von Schulen hierher gebracht werden, um eine Kulisse für die Fußballer und die vielen internationalen Journalisten abzugeben. Das Festival - großartig gesichert und organisiert - scheint kaum jemandem bekannt zu sein. Diese Kinder und Jugendlichen sehen gerne zu und haben Spaß. Aber sie kommen nicht aus eigenem Interesse. Erwachsene Zuschauer finden sich nur vereinzelt. Es ist schade, dass solch ein Projekt von dem Medien im Vorfeld nicht wahr- und ernst genommen wird.  

Wir versuchen so viele Eindrücke wie möglich aufzunehmen. Auch auf dem Rückweg zum Bus das gleiche Bild wie zu Beginn. Kinder spielen auf den Straßen, Frauen und Männer verkaufen Obst, Gemüse und Kleinigkeiten. Immer wieder werden wir begrüßt "Hallo - Olla". Die Kinder geben uns lachend die Hand oder klatschen uns ab. Wir waren in einer anderen Welt, die wir verlassen können, anders als die meisten hier.

Die Bilder müssen erst mal verarbeitet werden:

Alexandra – das älteste Township von Johannesburg. Hier leben die Menschen in Armut, Schmutz und Kriminalität. Aber genau dort findet vor kleiner Kulisse das "Football for Hope" Festival statt. Und es passt, weil der Straßenfußball in den Townships von Südafrika zu Hause ist. Herr Axter von Streetfooballworld, Organisator des Deutschen Teams, erklärt, wie das Deutsche Team zusammenfand.

Johann, einer der Teilnehmer, erzählt, wie sie in Joburg untergebracht sind.

In Südafrika angekommen, waren auch die deutschen Street-Kicker von dem Land begeistert. Die üblichen Klischees über Townships haben sich als falsch erwiesen. Die Leute, die dort leben, gehen auf die Straße, lachen und spielen Fußball. Alle sind wilkommen, auch die Weißen. Jessica erzählt, was sie überrascht hat.

Wie bei den Erwachsenen spielen über 4 Wochen 32 Mannschaften gegen einander. An jedem Tag stehen mehrere Spiele auf dem Programm. Die Teams spielen ohne Schiedsrichter. Sie müssen selbst über Fouls und Tore entscheiden. Im Mittelpunkt des Spiels steht nicht der Sieg, sondern die Fairness.

Herr Axter, erklärt, worauf es neben der Fairness noch ankommt.

Besonders beeindruckt hat uns das gemischte Team aus Israel und Palästina. Die Jugendlichen spielen harmonisch zusammen und haben Freundschaften untereinander geschlossen. Die Mannschaft hat sich auch einen besonders passenden Namen gegeben.

Sie wollen zeigen, dass Israelis und Palästinenser friedlich zusammen leben können und dass es bei ihnen zu Hause in Israel genau so funktionieren könnte.

Die Mannschaft hofft, dass sie durch den Fußball etwas bewirken kann. Sie wollen Vorbild sein für ein Land, in dem Partnerschaft der verfeindeten Gruppen beinahe undenkbar ist.