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Dienstag

Dienstag, 13. Juli 2010

Nach mittlerweile 1100 gefahrenen Kilometern wollen wir heute etwas ausspannen. Lilani - Wellness pur - eine heiße Quelle. Die Fahrt ist wieder atemberaubend. 10 km Schotterpiste in ein 800 Meter tief ausgespültes Tal. Rechts und links an den Hängen Zuluhütten, die oft nur über schmale Trampelpfade zu erreichen sind. 

Unten angekommen lassen wir es uns so richtig gut gehen. In drei kleinen Becken 28 Grad warmes, schwefelhaltiges Wasser. Bei einer Außentemperatur von nachts vier Grad und tagsüber zwölf Grad kann man sich nichts Angenehmeres vorstellen. Die Kälte macht uns vor allem in der Nacht zu schaffen, weil die ungeheizten Räume durch bestens leitende Wände optimal mit der Außentemperatur synchronisiert sind.

Am Nachmittag noch kurz einkaufen in Greytown,  einem Städtchen mit 8000 Einwohnern. Viele junge Menschen auf den Straßen von der Schule oder der Arbeit nach Hause. 

"Vor vier Wochen gab es in diesem Supermarkt eine Schießerei," erzählt uns Johann, der auf einer Farm mit 100 Angestellten lebt. Wir fühlen uns sicher. In den Tagen der WM ist alles ruhig, die Menschen sind gut gelaunt, sie begegnen uns offen und aufgeschlossen. Südafrika will sich von seiner besten Seite präsentieren. Das gilt auch für die, die hier wenig präsentieren können.

Immer wieder sehen wir Frauen am Straßenrand, die Wasser oder Holz nach Hause tragen - auf Wasser aus der Leitung müssen Weiße in Südafrika nicht verzichten.

Ohne unseren Bus wären all die Abenteuer nicht zu machen. Diesen Luxus können sich nur wenige leisten. Die meisten Menschen sind hier zu Fuß unterwegs. Unser Busfahrer wird heute Abend wieder 1,5 Stunden laufen, bis er seine sieben Kilometer entfernte Hütte erreicht hat. Auto, Moped oder Fahrrad kann er sich nicht leisten.

Am Nachmittag und Abend steht Produktion an. Alle sind sehr, sehr fleißig!