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Unser Wasser in Nürnberg

Wo kommt eigentlich das Wasser her?

Diese Frage stellt der Lehrplan in der Grundschule. Aber auch in höheren Klassen ist sicher nicht allen Schülerinnen und Schülern bewusst, was für ein Aufwand getrieben wird, bis das Wasser aus den Wasserhahn kommt. 

  • Wasserwerk
  • Hochbehälter
  • Leitungsnetz 
  • Labor

Das sind die wichtigen Stationen, die das Radio-Team des Sigmund-Schuckert-Gymnasiums zusammen mit Kindern aus der Helene-von-Forster-Grundschule in Nürnberg unter die Lupe genommen haben. Unterstützt wurden wir vom Bayerischen Rundfunk. Einen Tag lang durften wir wie die Profis im Studio Franken produzieren. Aber schon auf dem Weg dorthin verbrachten wir viel Zeit mit dem Sammeln von O-Tönen, dem Schneiden und Texten. Ohne die tatkräftige Unterstützung von Fr. Hahn (N-ERGIE) hätten wir nie all die tollen Interviews mit den Fachleuten der N-ERGIE eingefangen. Herausgekommen ist ein Hörspiel, das nicht nur für Grundschüler interessant ist.

Die drei Schwestern - gesprochen von Mirella (SSG), Lara (HvF) und Laura (HvF) - wünschen Euch viel Spaß:

Station I: Wasserwerk Erlenstegen:

Das Wasserwerk Erlenstegen wurde 1896 in Betrieb genommen. Heute fördern über 90 Brunnen im Pegnitzgrund ca. 45000 Kubikmeter Wasser (1 mal 1 mal 1 Meter). Entstanden ist dieses Gebiet in der Eiszeit. Die Gletscher frästen in den Untergrund Mulden, die sich im Laufe der Zeit mit Sand und Gestein füllten. In diesen Mulden sammelt sich das Wasser. Die Brunnen, die man in diesem Gebiet gegraben hat, stehen mittendrin. 

Doch wie konnte man 1896 ohne Elektrizität über 90 Brunnen abpumpen und wie konnte man das Wasser aus diesen Brunnen in die Häuser bringen?

Mit einem genialen technischen Kniff. Man hub einen Sammelbehälter aus. Dieser Sammelbehälter ist sowohl mit allen Brunnen im Tal als auch mit einem Hochbehälter verbunden. Pumpte man mit Hilfe von Dampfmaschinen, die von Heizern rund um die Uhr betrieben werden mussten, das Wasser aus dem Sammelbehälter in den Hochbehälter, senkte sich der Wasserspiegel im Sammelbehälter. Das hatte zur Folge, dass das Wasser aus allen Brunnen auf Grund des Unterdrucks in den Leitungen "automatisch" in den Sammelbehälter gepumpt wurde. Man kann diesen Vorgang zu Hause testen, wenn man zwei Gläser mit Wasser füllt und mit einem Schlauch verbindet. Stellt man das eine Glas auf einen Tisch und das andere auf einen kleineren Stuhl daneben, pumpt man den oberen Behälter leer. So kann man mit einem einzigen Sammelbehälter viele angeschlossene Brunnen immer wieder abpumpen - ganz ohne Strom.

Teil I des Hörspiels - Die drei Schwestern im Wasserwer Erlenstegen

Wie Laura und Lara zum Forscher wurden:

Die drei Schwestern im Wasserwerk 1:

Die drei Schwestern im Wasserwerk 2:

Station II: Der Hochbehälter 

Rund um Nürnberg herum hat man Hochbehälter errichtet. Der Hochbehälter sind streng gesichert. Eigentlich ist das Wort "Behälter" irreführend. Hochbehälter sind riesige Wasserbecken, die ca. 30 Meter höher liegen als die meisten Häuser Nürnbergs. Von diesen Hochbehältern aus fließt das Wasser ohne fremden Druck zu den Menschen. Man kann diesen Vorgang über das Prinzip der kommunizierenden Röhren simulieren. In einem gebogenen Schlauch steht das Wasser immer gleich hoch. Deshalb kommt das Wasser in den Häusern auch noch in den oberen Stockwerken mit Druck aus dem Wasserhahn. Den Wasserdruck misst man in der Einheit "bar". Pro 10 Meter Wassersäule spricht man von einem bar. Weil die Hochbehälter ca. 30 Meter höher als die Häuser in der Stadt liegen, hat das Wasser im Nürnberger Leitungsnetz einen Druck von ca. 3 bar. 

Die Hochbehälter rund um Nürnberg werden in der Nacht, wenn der Strom billig ist, mit Pumpen befüllt. Das Wasser aus dem Wasserwerk Erlenstegen wird in den Hochbehälter Haidberg gepumpt. Der Hochbehälter "Haidberg" hat zwei riesige Wasserbecken. Diese Becken haben jeweils eine Grundfläche von 75 Metern mal 100 Metern - so groß wie zwei Fußballfelder. Die Kammern sind ca. 5, 50 Meter hoch. Das Wasser steht normalerweise zwischen 2,60 m und 3,50 m. Von den Kammern führen riesige Leitungen in die Stadt. Direkt am Hochbehälter haben die Rohre einen Durchmesser von ca. 1 Meter. Der Druck in diesen Leitungen ist gewaltig. Sollte unterhalb des Hochbehälters eine Leitung bersten, kann das ausfließende Wasser ungeheuere Schäden anrichten. Deshalb gibt es Sicherungseinrichtungen. Fließt zu viel Wasser durch die Leitung, bedeutet das: Rohrbruch. Ein Schieber verschließt automatisch die Leitung. 

Teil II des Hörspiels - Die drei Schwestern im Hochbehälter Haidberg

Auf dem Weg zum Hochbehälter:

Die drei Schwestern im Hochbehälter 1:

Die drei Schwestern im Hochbehälter 2:

Station III: Die zentrale Leitwarte

Auf dem Weg vom Wasserwerk bis in die Häuser ist das Wasser ganz schön lange unterwegs. Das ganze Leitungssystem in Nürnberg umfasst mehr als 2000 km. Das gesamte Netz muss auf Beschädigungen überprüft und die Wasserqualität lückenlos überwacht werden. Deshalb nimmt man an verschiedenen Punkten Wasserproben und untersucht sie ständig im Labor. Gleichzeitig wird kontrolliert, ob irgendwo zu viel Wasser abfließt. Dann muss man schnell handeln. Rohrbrüche können innerhalb von 5 Stunden behoben werden. Das alles wird in der Leitwarte koordiniert. Rund um die Uhr sitzt ein Fachmann vor 3 Bildschirmen und wertet alle Meldungen aus, die aus dem gesamten Leitungsnetz in der Zentrale eingehen.

Der Weg des Wassers muss deshalb so genau überwacht werden, weil Wasser sehr gefährlich sein kann. Mit Bakterien verschmutztes Wasser kann Cholera oder Typhus verursachen. Krankheiten, die es im 19. Jahrhundert in Nürnberg immer wieder gab. Diese Bakterien konnten sich in den Nürnberger Brunnen sammeln, weil sich dort sauberes mit verschmutztem Wasser vermischen konnte. Heute werden alle Haushalte in Nürnberg mit sauberem Wasser versorgt. Jeder Nürnberger braucht täglich ca. 120 Liter Wasser.

Teil III des Hörspiels - Die drei Schwestern in der Zentralen Leitwarte in Sandreuth

Lara, Laura und Mirella besuchen die Leitwarte:

Lara, Laura und Mirella verstehen jetzt, warum man so viel Aufwand für das Wasser in Nürnberg treibt:

OStR Reiner Geißdörfer

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