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Radioworkshop mit Azubis im Studio Franken und am SSG

Unsere Idee

Die Nürnberger Schulen, die hier auf der Web-Site vertreten sind, wissen Radio seit langem zu schätzen. Das Sigmund-Schuckert-Gymnasium will sein Radio-Know-How in ein neuartiges Miteinander von Schule und Berufswelt einbringen: "Netzwerk für Bildung", so der Titel der Kooperation zwischen Schule und Firmen im Nürnberger Süden. Radio stand Pate, weil Radio ohne Kooperation mit kompetenten Partnern nicht möglich ist. Radio gab den Anstoß, sich zu öffnen, von anderen zu lernen, sich wechselseitig Impulse zu geben.

Bisher organisieren AusbildungsleiterInnen der beteiligten Firmen und LehrerInnen des SSG den Austausch unter Azubis und SchülerInnen der 9. - 11. Klassen. Wechselseitige Besuche, Firmenvorstellungen, die Umsetzung von Firmenaufträgen durch Schülerteams ... das alles ist schon gelaufen. Mit der Idee, Azubis einen Radioworkshop in Zusammenarbeit mit dem Studio Franken anzubieten, schöpfen wir alle Möglichkeiten der Kooperation aus.

Die Umsetzung im Studio Franken

Freitag, den 25.2.11, versammelten sich 10 Azubis aus den Firmen Metro, DB-Schenker und Kühne und Nagel in der Wallensteinstr. 117 vor der Pforte des Bayerischen Rundfunks/Studio Franken. Die jungen Auszubildenden waren sich wohl noch nicht ganz im klaren darüber, was der Tag bringen würde. Auch die beiden Lehrer aus dem Sigmund-Schuckert-Gymnasium, Nico Löwinger und Reiner Geißdörfer, wussten nicht genau, ob ihr Programm ankommen würde.

Zunächst erhielten wir durch den stellvertretenden Studioleiter, Norbert Küber, einen Einblick in die Arbeit eines Radiojournalisten. Gewürzt wurde diese Einführung durch die Erlebnisse von Rainer Kretschmann, einem Vollblutjournalisten der ersten Tage des Studio Frankens. Als er uns dann durch die Räumlichkeiten des Studio Franken führte, durften wir mit den Augen des Insiders hinter die Kulissen blicken:

  • Wir fieberten mit, wie ein Redakteur kurz vor halb zwölf Uhr ins Studio kommt und auf die Sekunde genau seine Nachrichten liest, während vorher und nachher das bayernweite Programm läuft. "Es ist manchmal schon etwas hektisch," erzählte er uns, "wenn man zum Beispiel auf ein Gerichtsurteil kurz vor halb wartet und mit zwei verschiedenen Texten ins Studio kommt, weil nicht klar ist, ob die Nachricht noch rechtzeitig kommt oder nicht."
  • Wir konnten selber ausprobieren, wie man solche Nachrichten aufnimmt.
  • Ein Techniker schnitt in Windeseile alle Versprecher heraus. Unten könnt ihr euch anhören, wie die Aufnahmen geworden sind.
  • Bei Franken-TV sahen wir den Leuten vom Schnitt über die Schulter und wussten bereits um 11.30 Uhr, was am Abend in den Nachrichten kommt.
  • Im Nachrichtenstudio mit seinen 100 Scheinwerfern testete Herr Kretschmann den Teleprompter. Direkt vor dem Objektiv der Kamera läuft über Spiegel der Text durch. Doch selbst mit diesem Gerät kann man sich schnell verhaspeln, wenn die Textzeilen zu schnell eingeblendet werden.

Hier die beiden aufgenommenen Nachrichtentexte:





Die Umsetzung am SSG

Am Nachmittag ging es ans SSG. Jetzt wollten wir selber ausprobieren, was die Journalisten uns gezeigt hatten. Viel Zeit blieb zwischen 13.00 und 16.00 Uhr nicht. Eine Umfrage sollten die Azubis produzieren. Thema: "Jugend im Jahr 2020?" Die Azubis und ein Schüler aus der 10. Klasse gingen mit großem Engagement ans Werk:

  • Die Technik hatten sie schnell im Griff - Aufnahmegerät, PC und Schnittprogramm stellten für niemanden ein wirkliches Problem dar
  • Ungeschicklichkeiten im Umgang mit Menschen bei den Interviews - Fehlanzeige
  • Nachlassende Konzentration beim Schneiden und Produzieren - nicht bei unseren Azubis
  • Mangelnde Kreativität bei der Frage, wie man die O-Töne anordnen soll - hört einfach selber rein







 

Was Schule und Azubis gelernt haben?

Wir Lehrer hatten wirklich Spaß. Schüler, wie man sie nicht alle Tage erlebt. Ich könnte mir vorstellen, dass man solche Workshops in den verschiedensten Fächern organisiert. Profitieren würden dabei beide Seiten: Die Firmen und die Schule.

Den Azubis wurde klar: Radiojournalismus ist eine sehr verantwortungsvolle Angelegenheit. Man kann mit den O-Tönen eigentlich alles machen und sich die Themen zurecht schneiden, wie man will. Medien erklären die Welt, beeinflussen die Meinungen und das Verhalten von Menschen. Es ist wirklich wichtig, dass man versteht, wie Medienarbeit funktioniert. Schließlich sollen demokratisch denkende Menschen ihr Leben eigenständig und eigenverantwortlich gestalten. Das ist der Beitrag, den wir Lehrer liefern wollen.

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