schule + radio

Fortbildung an der BBS

Radiofortbildung, in Franken mittlerweile alltäglich

Diese Fortbildung vom 17. - 18. Juni fand an der bestens ausgestatteten Bertolt-Brecht-Schule in Nürnberg statt. 12 Kolleginnen und Kollegen hatten sich vorgenommen trotz eines Spiels der Nationalmannschaft am 18. Juni, das ja leider schief ging, Radio kennen zu lernen. Die zwölf Kolleginnen und Kollegen kamen mit unterschiedlichen Erfahrungen. Von daher war auch das Programm vielfältig. Wie immer stand am Ende ein kleiner Beitrag.  

Mittlerweile geht es in den Schulen um die Frage, wie man Radio nachhaltig verankern kann. Natürlich stellt Radio an Lehrer und Schüler hohe technische, sprachliche und kommunikative Anforderungen. Radiogruppen sind - gemessen an Schulklassen - mit maximal 15 Schülern eher klein. Ist die Messlatte zu hoch, reagieren motivierte Schüler enttäuscht.

Im Mittelpunkt der Fortbildung standen Technik, Umfrage, Interview und erste Überlegungen zum Sprechertext.

Kleinigkeiten machen viel kaputt: Batterien leer, Nebengeräusche zu laut, langweiliger Interviepartner. Das kann bedeuten, dass viele Stunden Recherche und Vorarbeit umsonst sind. Leider lassen sich solche Probleme im Vorfeld nicht wirklich klären. Schülern feht ohne die praktische Erfahrung das Bewusstsein:

  • ob und warum eine Stimme langweilig klingt
  • ob und wann eine Aufnahme durch Nebengeräusche unverwertbar ist
  • wie man einen Interviewpartner dazu bringt, lauter zu sprechen oder beim Sprechen nicht auf den Tisch zu kopfen
  • dass Batterien leer sein können, auch wenn man das nicht glaubt 

Wenn es dann an die Konzeption des Beitrages geht,  wird es nicht einfacher. Welche Teile des Interviews oder der Umfrage sind von Bedeutung? Hier gilt. Verwendbar sind O-Töne mit:

  • technischer Qualität
  • inhaltlicher Qualität
  • emotionaler Qualität

Die Umsetzung des Konzeptes durch den Sprechertext ist in mehrfacher Hinsicht anspruchsvoll:

  • Wie kann ich mit wenigen Worten einen roten Faden entwickeln?
  • Wie kann ich mit wenigen Worten die O-Töne an und abmoderieren?
  • Wie kann ich ansprechend und inhaltlich anspruchsvoll texten?
Der Sprechertextes muss aufgenommen werden. Wie kann ich jemanden, den ich nicht sehe, so ansprechen, dass er das Radio nicht abschaltet, sondern dran bleibt? Da geht es um:
  • ansprechende und überzeugende Modulation
  • autentische Stimme
  • emotionale Tiefe

Wie sollen Schüler für all diese Fragen sensibilisiert werden und Kriterien entwickeln um sie zu beurteilen und zu entscheiden? Es wird darum gehen zugleich den gesamten Prozess als auch die jeweilige einzelne Fragestellung zu trainieren. Letztlich bedeutet es, lerning by doing, trial and error. Sicher kann man Schreiben für´s Hören oder Sprechen oder sogar Interviews "trocken" üben. Letztlich gibt aber erst das fertige Produkt die Rückmeldung, wie alles ineinander greift. Auch der Lehrer kann während des Prozesses nicht genau wissen, wie und ob die Sendung "funktioniert". Vielleicht ist aber genau diese Unwägbarkeit gemeinsamen Lernens das, was Radio an der Schule ausmacht: Prozesse erfassen, durchdringen, verarbeiten und darstellen. Der Berufsalltag dürfte ähnlichen Gesetzen folgen.

 

Und hier einige Beispiele zum:

  • Interview
  • Umfrage

 

Aktuelle Seite: Startseite Lehrer-Fortbildung Fortbilldung Juni 10