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Fortbildung im Juli 09

Radiomachen - eine Fortbildung im Juli 09

14 Kolleginnen und Kollegen, Kabel über Kabel, Laptops, Köpfhörer und Aufnahmegeräte. Die Erwartungen werden klar formuliert. "Ich möchte wissen, was alles zu tun ist, wenn ich nächstes Jahr mit unserer Schulradiogruppe starte." Doch Sicherheit gibt es nicht. Selbst wenn man mit der Technik vertraut ist - wenn man weiß, wie Aufnahmegerät und Schnittprogramm funktioniert - wenn man sich mit den Grundfragen des Radiojournalismus vertraut gemacht hat. Anders als im Umgang mit Büchern, ist Radiojournalismus nie planbar. Konzepte werden entwickelt, um wenig später schon wieder verworfen zu werden, weil Interviewpartner völlig unerwartete Anworten geben, weil Fachleute sich anders äußern als gedacht, weil einfach niemand da ist, der etwas ins Mikrofon sprechen will - Samstag morgens am Dutzenteich zum Beispiel.

Und doch kann man etwas lernen:

  • unter Zeitdruck arbeiten (da muss schon mal das Mittagessen zugunsten schnell geholter Pizzen ausfallen)
  • auf sprachlich engstem Raum präzise und sinnlich formulieren
  • Menschen ansprechen und ihre Geschichten aufspüren
  • mit offenen Ohren ganz da sein
  • sammeln und schnell verwefen, was nicht dazupasst
  • die eigenen Ideen so auf den Punkt bringen, dass sich der Hörer angsprochen fühlt und die verhandelte Sache sauber recherchiert zur Sprache kommt
  • ...

Natürlich verlangt eine ordentliche Recherche den Kontakt mit Profis. Wir trafen uns deshalb im Studio Franken, wo uns der stellvertretende Studioleiter, Herr Küber, und Herr Kirchner von den "Aktuellen" an aktuellen Strategiediskussionen teilhaben lassen.

  • Wie stellt man im Radio Nähe her, ohne sich anzubiedern?
  • Wie formuliert man pakkend ohne platt zu wirken?
  • Wie schreibt man den Tag über Nachrichten fort, ohne die Hörer abzuhängen?

Spannende Fragen und interessante Anworten. An der Sprache wird dabei ständig geschliffen. Sinnlich, kurz, einfach, emotional und zugleich der Sache angemessen muss Radio sein. Das fällt vor allem Anfängern, die von der Schule oder der UNI kommen, schwer. Gestählt durch Erörterungen und seitenlange Seminararbeiten sind sie auf die schnelle, dialogische-emotionale Radiosprache nicht wirklich vorbereitet.

Nach vier Stunden geballter Theorie und Stratgiediskussion wollten es alle selber versuchen. Ziel der Fortbildung ist, innerhalb von 10 Stunden einen gebauten 3 Minuten-Beitrag  zu produzieren. Als Stützpunkt diente das Sigmund-Schuckert-Gymnasium.

Der Aufwand ist viel größer als erwartet:

  • konzipieren
  • O-Töne sammeln
  • texten
  • Sprechertext aufnehmen
  • schneiden
  • produzieren

Am Ende kamen sehr brauchbare Ergebnisse heraus. Wer sich die Beiträge anhört, stellt schnell fest, dass dahinter viel freiwillige Hausaufgabe steckt. O-Töne vom Dutzenteich, dem Südstadtfest oder einem Reisebüro gibt es am SSG nun mal nicht. Genau das ist es aber, was Radio so attraktiv macht:

Man erarbeitet sich selbst ein Thema und hat die Möglichkeit es kreativ so gekonnt aufzubereiten, dass man vergisst, wie viel Arbeit dahinter steckt. Eine Erfahrung, die Lehrer und Schüler gleichermaßen schätzen.

Hier die produzierten Beiträge:

Dutzendteich - Geschichte und Gegenwart

Reisen in der Krise

Vorsicht Krimi!

Samstag - kein Tag wie jeder andere

Südstadtfest - Impressionen

Traumjob Lehrer?!?

 

OStR Reiner Geißdörfer, StR Sven Breivogel (Kursleiter)

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