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Fortbildung bei InWEnt

Biodiversität, Schule und Radio - Deutsch- und Biologie- bzw. Geographielehrer - Radioprofis und Beamte ...

geht das zusammen? Es geht - das machten die 4 Tage vom 11.04.10 - 14.04.10 in Feldafing klar. Schon der Beginn einer Fortbildung am Sonntagbend war beispielhaft. Kollegen, Coaches und Veranstalter nahmen diese 4 Tage ernst und wollten eine Fortbildung realisieren, die Theorie und Praxis verbindet.

Das Medium dazu: Radio, genauer eine einstündige Magazinsendung - deadline: 13.04.10 um 17.00 Uhr. Bis dahin führten die Kolleginnen und Kollegen Interviews, recherchierten, schrieben Texte und schnitten ihre O-Töne am PC ohne Pause. Am Ende waren alle geschafft und beeindruckt. Wir hatten uns durch Exkursionen vor Ort, durch Gespräche mit Fachleuten, durch Interviews und durch die Redaktionssitzungen im Kollegenkreis in ein Thema hineingearbeitet, wie das sonst kaum der Fall ist.

Nicht die Sekundärliteratur am Schreibtisch sondern die gemeinsame Vor-Ort-Recherche mit Fachleuten stand im Mittelpunkt - immer fokussiert durch die Aufgabe, eine ganz bestimmte Fragestellung in einen 4 minütigen Radiobeitrag zu packen. Je klarer die Fragen und Problematiken erfasst sind, desto leichter fällt es, diesen Beitrag zu produzieren. Argumentieren auf engstem Raum - kurz und ansprechend - mit Pfiff und Gehalt. So macht Lehren und Lernen Spaß.

Natürlich war der Ort, das Haus von InWEnt (Internationale Weiterbildung und Entwicklung - organisatorisch dem BMZ unterstellt) in Feldafing am Starnberger See wie geschaffen für solch ein Projekt. Dr. Salau - Projektleiter von InWEnt-Bayern - bot nicht nur Unterkunft und Verpflegung. Er vermittelte auch namhafte Fachleute und Kenner der Thematik sowie Kontakte um vor Ort zu recherchieren. 

Das I-Tüpfelchen dieser Fortbildung bildeten zweifellos die Coaches, Philipp Grammes (Bayerischer Rundfunk) und Sabine Hammer (WDR). Input im Sekundentackt, Zeitdruck, gnadenlose Redaktionssitzungen ließen in wenigen Stunden ein selbst moderiertes Stundenmagazin entstehen, auf das alle 15 beteiligten Lehrer aus fränkischen Schulen zurecht stolz waren.

Mit dieser Fortbildung zeigen die fränkischen Gymnasien, dass Radio an der Schule aus seinem Nischendasein heraustreten kann und soll. Radio ist mehr als ein Mittel zur Darstellung oder Dokumentation von Inhalten. Radiojournalismus ist eine eigenständige Form um Inhalte zu erfassen und zu verarbeiten. Dabei müssen die Schüler weit mehr in die Thematik eindringen als bei der schul-üblichen Recherche in Sekundärmedien. Kurz zusammengefasst folgt auf die Recherche der Dreischritt:

  • Realer Kontakt mit der Thematik durch Begegnung mit Fachleuten und Betroffenen vor Ort (Umfrage, Interview)
  • Fokussierung und eigenständige sprachliche Verarbeitung (Konzeptionierung des Beitrages und Sprechertext)
  • verständliche und ansprechende Darstellung (Produktion durch zielgerichtete Kombination aller aufgenommenen Elemente)

Das alles geschieht immer im Team. Alle Beteiligten sind in einem endlosen Argumentationsprozess in Kontakt. Am Ende merkt man nicht einmal mehr, dass das jetzt lernen war. Man hat ein Stück Welt erfasst und jedes Stück Welt ist unglaublich spannend, wenn man genau hinsieht.

StD Reiner Geißdörfer

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